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Odoo 20 in der EU: Checkliste vor dem Umstieg

Ein Odoo-Umstieg ist selten ein Technikprojekt. Er ist ein Daten-, Modul- und Abnahmeprojekt mit einer technischen Spitze. Diese Checkliste fasst zusammen, was wir bei unserem eigenen Umstieg auf Odoo 20 in vier europäischen Umgebungen vorgängig geprüft haben – in der Reihenfolge, in der die Prüfungen wirklich Arbeit sparen.

1. Datenhaltung: Wo steht die Datenbank, wo das Backup?

Vor jeder Versionsfrage kommt die Standortfrage. Zu klären ist: in welchem Rechenzentrum läuft die Datenbank, in welchem die Dateiablage (Filestore), und in welcher Region liegt die Sicherung. Für EU-Datenhaltung reicht es nicht, dass der Webserver in Europa steht – Backup und Objektspeicher gehören dazu. Ebenso zu prüfen sind die Sub-Prozessoren (Mailversand, CDN, Zahlungsdienst) und ob für jeden ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt. Wer diese Antworten schriftlich hat, spart sich später die Diskussion mit Kunden und Aufsicht.

2. Modul-Kompatibilität messen, nicht schätzen

Der eigentliche Aufwand liegt nicht im Kern, sondern in den Modulen. Der Kern von Odoo 20 bringt bereits über 130 Module mit – was fehlt, sind meist eigene Anpassungen und Fremdmodule. Prüfen Sie je Modul: Gibt es eine Fassung für 20.0? Für die OCA-Repositories war das im September 2026 beispielsweise nicht der Fall: dort lagen Zweige für 18.0 und 19.0. Wer darauf angewiesen ist, plant entweder eine Portierung ein oder ersetzt das Modul durch Kernfunktionen. Wichtig: diese Prüfung vor dem Upgrade-Lauf durchführen, sonst steigt die Instanz mit stillen Lücken.

3. In drei Stufen umsteigen: DEV, TEST, PROD

Ein Umstieg ohne zweite Umgebung ist ein Umstieg ohne Rückweg. Bewährt hat sich eine Kopie der Produktivdaten in eine Entwicklungs- und eine Testumgebung, ein Upgrade-Lauf mit den Modultests der betroffenen Module und eine schriftliche Abnahme vor dem Umschalten. Dazu gehört ein Rückfallweg: Sicherung eingespielt, DNS-Umstellung geplant, Altsystem für einige Tage erreichbar halten. Erst wenn Abnahme und Rückfallweg stehen, wird die Kundendomain umgehängt.

4. Was Odoo 20 für Sichtbarkeit mitbringt

Zwei Dinge sind bei der Migration leicht zu übersehen, weil sie kaum Aufwand machen: Odoo 20 liefert /llms.txt als Kernfunktion (Feld und Route) – eine Datei, die KI-Assistenten zuerst lesen, wenn sie eine Firma einordnen. Und es liefert strukturierte Daten (JSON-LD) sowie hreflang inklusive x-default je Sprache. Der Schalter website_indexed steuert dabei beides: noindex für Suchmaschinen und, ob eine Seite überhaupt in die Sitemap und in /llms.txt gehört. Widersprüche kosten hier Sichtbarkeit, nicht nur Kosmetik.

5. Die Checkliste

  • Datenbank-, Filestore- und Backup-Standort dokumentiert (EU) – je mit Sub-Prozessor und AVV.
  • Vollständige Sicherung vor dem ersten Upgrade-Lauf, Wiederherstellung einmal getestet.
  • Modulliste erstellt, je Modul 20.0-Fähigkeit belegt (Fassung oder Portierungsentscheid).
  • Eigene Anpassungen inventarisiert (Ansichten, Berichte, Automatisierungen, Schnittstellen).
  • Upgrade-Lauf in DEV, danach in TEST – mit Modultests und Logauswertung.
  • Fachliche Abnahme: Belege, Preise, Lager, Buchhaltung, Website-Inhalte, Sprachen.
  • Rollen und Rechte geprüft (wer sieht welche Firma, welche Website).
  • Website: Sitemap, robots.txt, /llms.txt, strukturierte Daten live kontrolliert.
  • Weiterleitungen alter URLs gesetzt (keine 404-Welle nach dem Umzug).
  • Mailversand und Formulare getestet – ein Lead, der nicht ankommt, ist der teuerste Fehler.
  • Monitoring und Sicherung für die neue Instanz aktiv, Alarmweg geprüft.
  • Rückfallweg schriftlich: Sicherung, DNS, Altinstanz, Ansprechpartner.

6. Aufwand, realistisch

Für eine kleine Instanz mit wenigen Sprachen liegt der Aufwand bei ein bis drei Arbeitstagen – inklusive Umgebungen, Testläufen und Abnahme. Der Aufwand steckt nicht im Upgrade selbst, sondern in Datenprüfung, Modulanpassung und Abnahme. Wer diese drei Punkte unterschätzt, merkt es erst am Umschalttag.

Sprechen Sie mit uns. Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr eigener Umstieg aussieht – Datenhaltung, Module, Abnahme –, schreiben Sie uns über die Kontaktseite. Wir antworten persönlich und ohne Verkaufsstrecke.

Angaben zur Datenhaltung und zu unseren Pflichtangaben finden Sie im Impressum und in der Datenschutzerklärung.

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